Dreist ist manchmal auch verboten

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Direkt­ver­mark­ter sind im Wett­be­werb um Ener­gie­kun­den nicht gerade für Schüch­tern­heit bekannt. Bis vor kur­zem war es keine Sel­ten­heit, dass sie behaup­te­ten, von den Stadt­wer­ken oder jeden­falls in deren Auf­trag zu kom­men – was frei erfun­den war. Doch mitt­ler­weile schei­nen die oft emp­find­li­chen Ord­nungs­gel­der zu wir­ken: Die meis­ten der­je­ni­gen Direkt­ver­mark­ter, die immer wie­der wegen Wett­be­werbs­ver­stö­ßen vor Gericht ste­hen, haben ihre Stra­te­gie geändert.

Heute wird nicht mehr ganz plump eine fal­sche Iden­ti­tät vor­ge­spie­gelt. Statt­des­sen wird zwar offen­ge­legt, dass kei­nes­wegs der bekannte und ver­trau­ens­wür­dige kom­mu­nale oder regio­nale Ver­sor­ger anruft oder vor der Tür steht. Dafür wird nun sub­ti­ler, aber häu­fig nicht weni­ger irre­füh­rend geworben.

Viele die­ser Unter­neh­men machen sich zu Nutze, dass der Tarif­dschun­gel für den Ver­brau­cher in den Berei­chen Strom und Gas heute oft kaum mehr ver­ständ­lich ist. Der Preis setzt sich zu unter­schied­li­chen Antei­len aus Grund– und Arbeits­preis zusam­men, es gibt Umwelt– und „nor­male“ Tarife, und bei den Ver­trags­lauf­zei­ten, erst recht bei Preis­ga­ran­tien, wird es end­gül­tig unüber­sicht­lich. Da stei­gen viele auch preis­be­wusste End­kun­den aus.

Diese Ver­wir­rung nut­zen einige Wett­be­wer­ber, um ihre eige­nen Tarife als beson­ders preis­güns­tig anprei­sen. Dabei wird nicht sel­ten pau­schal behaup­tet, man biete Strom bzw. Gas bil­li­ger an als der bis­he­rige Ver­sor­ger. Tat­säch­lich bezie­hen sich die behaup­te­ten Preis­vor­teile aber häu­fig nur auf den Grund­ver­sor­gungs­ta­rif des bis­he­ri­gen Ver­trags­part­ners und nicht auf des­sen güns­tige online– oder lauf­zeit­ge­bun­dene Tarife ...

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