Mehr Schein als Sein – die Selbstdarstellung im Internet

von Birgit Rosenbaum II

Mehr Schein als Sein – die Selbstdarstellung im Internet

Von Birgit Rosenbaum II, 19. Januar 2015

Menschen sind selbstverliebt. Das ist erstmal nicht weiter schlimm. Menschen stellen sich im Internet gerne ein wenig positiv von der Realität abweichend dar. Dabei passieren amüsante Fauxpas, wie z.B. die Veröffentlichung von Selfies, bei denen übersehen wurde, dass das Fotografieren des Spiegels nicht nur ein Abbild der eigenen Person sondern auch der keramischen Umgebung erzeugt. Geschenkt. Das ist alles typisch menschlich.

Aus unserer anwaltlichen Sicht wird die übertriebene Selbstdarstellung jedoch an manchen Stellen zu einem Ärgernis. So ist es zum Beispiel ganz normal, dass sich der “kleine” Anbieter von Waren/Dienstleistungen im Internet etwas größer darstellt als er tatsächlich ist. Unternehmensgröße wird mit Vertrauensgröße gleichgesetzt. Mangelt es an ersterer wird diese gerne durch einen imposanten Internetauftritt und verschwurbelte Angaben zum Unternehmen vorgetäuscht. Es beginnt mit Fotos der augenscheinlich einen ganzen Häuserblock umfassenden “Firmenzentrale”, geht über Beteuerungen immenser Erfahrungsschätze, jahrzehntealter Firmentraditionen bis zu abenteurlichen Positionen angeblicher Mitarbeiter.

Dahinter steckt häufig ein kleines angemietetes Zimmer in einem Bürokomplex, keine Lagerhaltung, Erfahrungen in vielen Gebieten jedoch nicht in der angebotenen Branche und erfundenen Mitarbeitern mit eigenen Maildressen.

Solange die angepriesenen Leistungen ordnungsgemäß erbracht werden fällt die Aufschneiderei nicht auf ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK