„Voll unterkellert“ – Makler haftet für fehlerhafte Angaben im Exposé

von Mathias Münch

Der Immobilienmakler haftet dem Käufer eines Einfamilienhauses auf Schadensersatz, wenn das Exposé die Angabe enthält: „das Haus ist komplett unterkellert“, sich später aber zeigt, dass tatsächlich aber ein Teil der Grundfläche nicht unterkellert ist.
„Voll unterkellert“ – Makler haftet für fehlerhafte Angaben im Exposé

OLG München, Urteil v. 19.11.2014 – 20 U 2215/14

Der Makler hatte das Immobilienangebot bereits mit der Bemerkung, das Gebäude sei voll unterkellert, in das Internet gestellt und diese Angabe auch in das später versandte Exposé übernommen. Grundsätzlich darf der Makler zwar die Angaben des Eigentümers ungeprüft an den Kaufinteressenten weiterleiten. Weiß der Makler aber, dass die Verkäuferangaben nicht richtig sind oder drängt sich die Unrichtigkeit auf, muss er den Kaufinteressenten auf diesen Umstand hinweisen. Denn der Makler hat eine Aufklärungspflicht über alle Umstände, die für seinen Kunden von wesentlichem Interesse sind. Die Frage, ob ein Wohnhaus unterkellert ist, hat wesentlichen Einfluss auf den Kaufpreis; somit muss hierüber aufgeklärt werden. Denn ein Sachverständiger stellte fest, dass das Grundstück mit kompletter Unterkellerung ca. 2.000 € mehr wert gewesen wäre.

Kunde trägt Beweislast für Pflichtverletzung des Maklers

Eigenartigerweise hatte der Makler die Verletzung seiner Aufklärungspflicht im Prozess eingestanden. Deshalb mussten die Gerichte nicht mehr prüfen, ob für den Makler erkennbar war, dass das Haus nur teilunterkellert ist. Hätte der Makler die Pflichtverletzung bestritten, wäre der Kunde (Kläger) beweisbelastet gewesen. Unstreitig war auch, dass der Kläger das Grundstück nicht gekauft hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Keller nur einen Teil der Grundfläche umfasste ...

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