Checkliste zum Mehraufwand im IT-Projekt: Was gehört bei Change Requests in den IT-Vertrag?

von Matthias Rosa

Selten wird ein IT-Projekt durchgeführt, wie es anfänglich bei Vertragsschluss im Pflichtenheft vorgesehen war. Ändern sich z.B. die Vorstellungen des Kunden zeigt sich im Laufe der Projektdurchführung, dass diese nicht umsetzbar sind oder wird z.B. während des Projekts eine neue Hardware angeschafft, führt dies beim Softwareanbieter zu Mehraufwand und wirkt sich negativ auf vereinbarte Termine aus. Zudem kann das ursprünglich veranschlagte Budget schnell außer Kontrolle geraten. Unsere Checkliste gibt einen Überblick, was Auftraggeber und Auftragsnehmerim IT-Vertrag regeln sollten.

Verlangt der Kunde, bestimmte Anpassung an der bestellten Software vorzunehmen, wird von sogenannten Change Requests gesprochen. Hiervon zu unterscheiden sind sog. „unvermeidbare Änderungen“. Diese sind gemäß der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs von dem Anbieter von vornherein in dem IT-Projekt mit einzukalkulieren.

Will der Anbieter die Softwareherstellung zur Zufriedenheit seines Kunden abschließen, muss er gezwungenermaßen Umstände, die während der Projektentwicklung sich verändern, mit berücksichtigen. Dies erwartet jedenfalls der Kunde.

Change Requests berühren eine Vielzahl von Vertragsbestandteilen. Insbesondere wird die vertraglich geschuldete Hauptleistung tangiert, diese soll ja gerade geändert werden. Aber auch Termine, Fristen, Projektverantwortung- und Organisation und nicht zuletzt die Vergütung können betroffen sein. Fordert der Kunde zudem eine Vielzahl von Änderungen, kann er den Anbieter hierdurch faktisch Schachmatt setzen.

Änderungsaufwand ist daher für den Softwareanbieter in der Regel risikobehaftet. Um das Kostenrisiko zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein einheitliches Change Request Verfahren in den zugrundeliegenden Vertrag mit aufzunehmen ...

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