Arbeitgeber müssen bei unberechtigter Strafanzeige Anwaltskosten erstatten

Arbeitgeber müssen bei unberechtigter Strafanzeige Anwaltskosten erstatten

von Rechtsanwalt C.D. Franz | 15. Januar 2015 | Arbeitsrecht |

Ein sehr interessantes Urteil hat das Arbeitsgericht Köln am 18.12.2014 getroffen (Az. 11 Ca 3817/14). Die Entscheidung des Arbeitsgerichts hat für viele vergleichbare Fälle eine große Bedeutung. Konkret geht es in dem Urteil um folgende arbeitsrechtliche Frage: Muss der Arbeitgeber die Rechtsanwaltskosten des Arbeitnehmers tragen, wenn der Arbeitnehmer wegen einer angeblichen Straftat angezeigt wurde und die Strafanzeige leicht vermeidbar war?

Was ist vorgefallen?

Der Arbeitgeber war in einem Werttransportunternehmen beschäftigt. Von einem Kunden des Unternehmens wurde dem Arbeitnehmer ein Geldschein übergeben, den der Arbeitnehmer zur Überprüfung der Echtheit bei der Polizei abgeben sollte. Nachdem der Arbeitgeber den Geldschein von der Polizei zurückerhalten hatte, gab er diesen in der Filiale des Unternehmens ab. Eine Quittung wurde hierüber allerdings nicht ausgestellt. Wenig später hat sich der Kunde sodann nach dem Verbleib des Geldscheins erkundigt. Da das Unternehmen dies mangels Belegen nicht aufklären konnte, wurde gegen den Arbeitnehmer Strafanzeige wegen Diebstahls bzw. Unterschlagung erstattet. Vor der Strafanzeige wurde der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber weder angehört noch befragt. Der Arbeitnehmer beauftragte daraufhin einen Rechtsanwalt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK