Alkoholabhängig – selbst schuld!

von Liz Collet

………sagt der Arbeitgeber manchmal nicht ungern. Vielleicht auch ungern. Aber genötigt. Genötigt durch so fiese Regeln wie Darlegungs- und Beweislastgrundsätze genötigt zu solchen Aussagen.

Um einen Prozess nicht zu verlieren.Was soll er auch anderes tun, als manches zu bestreiten und einfach mal das Gegenteil zu behaupten?

Natürlich würde er das – es läge uns fern derlei je auch nur ansatzweise glauben oder vermuten zu wollen – nie wahrheitswidrig behaupten.

Lassen wir mal die Fallidee beiseite, dass ein Arbeitgeber bei einer Betriebsfeier einem ihm bekanntermassen nach Entzug trockenen Alkoholiker ein Glas anbietet, das nicht promillefrei gefüllt ist oder zusieht, wie andere Mitarbeiter jenen dazu drängen, ohne einzuschreiten (aus Fürsorgepflicht etwa) – wie soll er wissen, wie es zu erneutem Alkoholkonsum seines Mitarbeiters nach Entzug kommt?

Was also kann, muss er darlegen, behaupten und unter Beweis stellen und mit welchem Beweismitteln, wenn sein Mitarbeiter dazu nichts sagt, wenn er in einem Prozess dazu Position beziehen und schlüssigen Sachvortrag liefern muss?

Zwischen blossem Bestreiten von entscheidungsrelevanten und streitigen Tatsachen, die andere vortragen und unter Beweisantritt stellen und dem eigenen Behaupten gegenteiliger Tatsachen (mit oder ohne eigenen Beweisantritt) liegt eine Grenze, die das Etikett prozessualer Wahrheitspflicht trägt. Behauptungen, die sachlich unzutreffend und am Ende auch nicht beweisbar sind oder kein Beweismittel gegen Darlegungen und Beweise des Prozessgegners zur Seite haben, scheitern an der Beweislast und Beweisführung. Bewusst wahrheitswidrige Behauptungen könnten auch nicht nur zivilrechtliche Aspekte touchieren ...

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