Warum ich gerne Schuldige verteidige

von Alexandra Braun
Schuldige Mandanten besser als unschuldige Mandanten (Achtung, dieser Beitrag kann Ironie und Sarkasmus enthalten)

Ab und an bewirbt sich ein – meist- junges Mädchen hier als Praktikantin. Die Frage, was sie denn am Strafrecht interessiere, beantwortet sie dann mit weit aufgerissenen Rehaugen:”Ich will Unschuldige verteidigen!!”

Ach ja. Ich verteidige lieber Schuldige. Bei den unschuldigen Mandanten fängt das Problem oft schon mit der Bezahlung an. Sie haben nichts gemacht und sollen nun aber dem Strafverteidiger richtig viel Geld bezahlen. Vorher!! Das ist irgendwie ungerecht. Wenn der Vorschuss dann kommt, dann will der Unschuldige oft viel reden. Über die böse Welt, die ihm nun eine Straftat vorwirft. Wo er doch nun wirklich kein Verbrecher sein, sondern, naja, eben unschuldig. Ob es denn sein könne, dass DIE (Polizei, Zeugen, Staatsanwaltschaft etc.) einfach so behaupten, dass der ein Straftäter sei. Der Unschuldige möchte das lang und breit besprechen und sich das Mitgefühls seines Rechtsanwaltes versichern. Gerne in Telefonaten, die so ca. 90 Minuten dauern und sich im Abstand von zwei Tagen wiederholen ...

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