Im Sandsturm

von Mirko Laudon

Wie schnell man sich als „normaler“ Bürger in einem Strafverfahren wiederfinden kann, zeigt das Verfahren vor dem Amtsgericht Rostock, das morgen beginnt, sehr eindrucksvoll: Angeklagt ist eine 53 Jahre alte Frau, die an der Massenkarambolage auf der A19 bei Rostock im Jahr 2011 beteiligt war. Sie muss sich wegen fahrlässiger Tötung gem. § 222 StGB verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, sie sei in die riesige Staubwolke, die über die Autobahn A19 fegte, hineingefahren, ohne die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs entsprechend zu reduzieren und somit an die widrigen Verhältnisse anzupassen. Dabei war der Sandsturm schon aus einer Entfernung von etwa 600 bis 1.000 Metern sichtbar – genügend Zeit also, um seine Fahrweise daraufhin anzupassen. In der dichten Staubwolke habe die Sichtweite teilweise nur einen Meter betragen. Mehrere Sachverständige haben drei Jahre an der Unfallrekonstruktion gearbeitet, um die Verfahren für die Staatsanwaltschaft vorzubereiten.

Die Karambolage hatte sich gegen 12.30 Uhr auf der A19 bei Kavelstorf unweit von Rostock ereignet. In Fahrtrichtung Rostock gerieten 17 Autos und drei LKW in Brand, darunter ein Gefahrguttransporter ...

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Sandsturm A19 Massen-Karambolage bei Rostock mit 8 Toten 08.04.2011

Mehr als 40 Fahrzeuge sind bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern kollidiert. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, rund 60 Personen wurden verletzt. Auslöser des Unfalls war offenbar eine vom Sturm aufgewirbelte Sandwolke.


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