Fachanwalt für Erbrecht – Vergütungsfälle auf der Fallliste

Voraussetzung für die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung ist der Nachweis besonderer theoretischer Kenntnisse und besonderer praktischer Erfahrungen (§ 2 Abs. 1 FAO) sowie eine dreijährige Zulassung und Tätigkeit innerhalb der letzten 6 Jahre vor Antragstellung. (§ 3 FAO).

Der Erwerb der erforderlichen besonderen theoretischen Kenntnisse setzt in der Regel die erfolgreiche Teilnahme an einem auf die Fachanwaltsbezeichnung vorbereitenden Lehrgang voraus (§ 4 Abs. 1 FAO). Ferner muss der Bewerber drei schriftliche Aufsichtsarbeiten mit einer Gesamtdauer von mindestens 15 Zeitstunden erfolgreich absolviert haben (§ 4a FAO).

Der Nachweis der besonderen praktischen Erfahrungen für das Fachgebiet Erbrecht setzt gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 lit. m) FAO voraus, dass innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung 80 Fälle im Erbrecht, davon mindestens 20 rechtsförmliche Verfahren, persönlich und weisungsfrei bearbeitet wurden.

Die bearbeiteten Fälle müssen sich auf alle in § 14f Nr. 1 bis 5 FAO bestimmten Bereiche beziehen und dabei aus drei Bereichen mindestens jeweils fünf Fälle beinhalten. Für den Erbrechtsbezug ausreichend, aber auch erforderlich ist es, dass erbrechtliche Fragen für die argumentative Auseinandersetzung “eine Rolle spielen”1. Weitere Voraussetzung ist, dass der Antragsteller bzw. die Antragstellerin den Erbrechtsbezug in den bearbeiteten Fällen darlegt2.

Bei Fällen, in denen es jeweils um die Vergütung der Tätigkeit des Nachlasspflegers ging, scheidet eine Berücksichtigung jedoch aus, denn es fehlt an dem erbrechtlichen Schwerpunkt ...

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