Nach Beinaheunfall: Autofahrer zieht Fahrradfahrer vom Rad

Amtsgericht Bremen, Urteil vom 17.04.2014 - 10 C 212/13 Nach Beinaheunfall: Autofahrer zieht Fahrradfahrer vom Rad Allein das Ziel einen Radfahrer zu einem vergangenen Ereignis zur Rede zu stellen, rechtfertigt einen Autofahrer nicht, diesen anderen während seiner Fahrt im öffentlichen Straßenverkehr vom Fahrrad zu ziehen, so das AG Bremen in seinem Urteil (10 C 212/13). Der Sachverhalt

Der Autofahrer blieb wegen eines Rückstaus auf einem Fahrradweg stehen. Zum gleichen Zeitpunkt fuhr der Fahrradfahrer auf dem Fahrradweg Richtung Stadtauswärts und musste das Fahrzeug umfahren. Er fuhr dazu vorne um das Fahrzeug herum. Zeitgleich rollte der Autofahrer ein Stück vorwärts.

Der Radfahrer musste eine Ausweichbewegung machen, um nicht gegen das Fahrzeug zu fahren. Es kam dabei zu keiner Kollision, jedoch ist streitig, wie der Radfahrer das Fahrzeug berührt hat.

Der Radfahrer behauptet, er sei beim Passieren und dem Umfahren des Fahrzeugs durch das Vorwärtsfahren des Autofahrers fast zu Fall gekommen und dabei leicht gegen das Fahrzeug gestoßen. Der Autofahrer behauptet, der Radfahrer habe mit seinem rechten Fuß gegen die Stoßstange des Fahrzeugs getreten. Der Radfahrer setzte seine Fahrt unmittelbar fort. Der Autofahrer nahm mit seinem Pkw die Verfolgung des Radfahrers auf. Er stellte sich dem Radfahrer in den Weg und zog ihn vom Fahrrad. Beide lagen dann rangelnd am Boden.

Der Autofahrer als Kläger verlangt nun Schmerzensgeld und ist der Ansicht, ihm stehe hinsichtlich des sich-in-den-Weg-stellens sowie hinsichtlich des Herunterziehens des Beklagten vom Fahrrad ein Verfolgungsrecht gem. § 127 StPO zu, welches sein Verhalten rechtfertigt ...

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