Höflichkeit ist eine Zier (Potenz-Verfahren Potsdam 4. Tag)

Wir machen unsere Arbeit. Zu dieser Arbeit gehört das Ausschöpfen aller Mittel der Strafprozessordnung sofern es dem Mandanten nutzen kann, also auch die Anwendung des Befangenheitsrechts. Der Verteidiger, der das nicht macht, verkürzt die Rechte seines Mandanten.

Richter und Staatsanwälte, insbesondere Konfliktrichter und Konfliktstaatsanwälte, mögen das nicht, das verstehe ich, weil bei dem einen oder anderen der Horizont nicht ausreicht, zu erkennen, dass es sich nicht um persönliche Angriffe handelt sondern einfach nur um die Erledigung unserer Aufgaben.

Manchmal (zwar selten, aber es klappt!) erreicht man damit ja auch, dass man schon nach vier von unendlich vielen Verhandlungstagen einen unumstößlichen Revisionsgrund geschaffen hat, ohne dass das Gericht das begreift. Dazu vielleicht irgendwann einmal; vorab: ein feines Gefühl und der Mandant freut sich.

Richtig peinlich ist aber, wenn als Reaktion dann eine armselig unhöfliche und respektlose Disziplinierung erfolgt. Natürlich ist es schwierig und zeitintensiv, mehrere ineinander verschachtelte Befangenheitsanträge mit wechselnder Beteiligung zu bescheiden. Natürlich kann man dann nicht von Beginn an genau einschätzen, wieviele Stunden diese Bearbeitung dauern wird ...

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