Die Wiederaufnahme in Strafsachen

von Mirko Laudon

Die Wie­der­auf­nahme in Straf­sa­chen ist Straf­ver­tei­di­gung am Hoch­reck, denn die­ses Rechts­ge­biet un­ter­schei­det sich in struk­tu­rel­ler Hin­sicht we­sent­lich vom sons­ti­gen Straf­ver­fah­rens­recht. Die über­aus re­strik­tive Pra­xis der Wie­der­auf­nah­me­ge­richte stellt schon der Zu­läs­sig­keit des Wie­der­auf­nah­me­an­trags na­hezu un­über­wind­bare Hür­den in den Weg. Des­we­gen be­darf es kei­ner em­pi­ri­schen Un­ter­su­chung, um fest­stel­len zu kön­nen, dass die Miss­er­folgs­quote bei Wie­der­auf­nah­me­an­trä­gen au­ßer­or­dent­lich hoch ist. Die Au­to­ren Mar­xen und Tie­mann bie­ten den Le­sern eine sys­te­ma­ti­sche so­wie zu­dem pro­blem­ori­en­tierte An­lei­tung, für die sie auf die lang­jäh­rige rich­ter­li­che Er­fah­rung zu­rück­grei­fen können.

Spek­ta­ku­läre Fälle ha­ben in jüngs­ter Zeit zwar die Auf­merk­sam­keit der Öf­fent­lich­keit auf sich ge­zo­gen so­wie auch zu teils hef­ti­ger öf­fent­li­cher Kri­tik am be­ste­hen­den Wie­der­auf­nah­me­recht ge­führt. Mehr­fach be­durfte es ei­ner ober­ge­richt­li­chen Kor­rek­tur. Gleich­wohl ist ein Tä­tig­wer­den des Ge­setz­ge­bers der­zeit ebenso we­nig in Sicht wie eine wach­sende Be­reit­schaft der Ge­richte, ei­gene Feh­ler trotz be­reits ein­ge­tre­te­ner Rechts­kraft zu kor­ri­gie­ren. Nach wie vor be­fin­det sich der Ver­ur­teilte, der eine Wie­der­auf­nahme des Ver­fah­rens zu sei­nen Guns­ten an­strebt, in ei­ner un­güns­ti­gen Aus­gangs­lage. Sein Ver­tei­di­ger wird des­halb sein ge­sam­tes an­walt­li­ches Kön­nen – ins­be­son­dere in straf­pro­zes­sua­ler Hin­sicht – in die Waag­schale wer­fen müssen ...

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