Die Rechtssprechung in Hamburg zum Verweis der Versicherer auf Partnerwerkstätten konsolidiert sich: AG Hamburg verurteilt die Versicherung des unfallverursachenden Fahrzeuges zur Zahlung gekürzter Stundenverrechnungssätze (Urteil vom 20.11.2014, Az.: 50a C 220/12)

Nachdem bei den Gerichten in Hamburg insbesondere hinsichtlich der Gleichwertigkeit der von den Versicherern benannten Referenzwerkstätten mit Unterstützung einschlägiger gerichtlicher Gutachter in der Vergangenheit so ziemlich alles abgesegnet wurde, was von den Versicherern kam, scheint sich nunmehr im Hinblick auf die vertraglichen Verbindungen dieser Werkstätten mit den Versicherern bei der Hamburger Rechtsprechungspraxis einiges – unter der Vorgabe des LG Hamburg und des OLG Hamburg – zu ändern.

Im vorliegenden Fall hatte der Versicherer wieder an eine der bekannten Referenzwerkstätten bzw. deren Stundenverrechnungssätze bei einer fiktiven Schadensabrechnung verwiesen und mit Kostenvoranschlag belegten Reparaturschaden von 1.647,41 € netto um einen Betrag von 607,50 € gekürzt. Die Geschädigte klagte diesen Betrag sowie die Freistellung von vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten ein. Der Klage hat das AG Hamburg mit Urteil vom 20.11.2014, Az.: 50a C 220/12, stattgegeben mit einer fundiert dargelegten Begründung:

Die Entscheidungsgründe:

Die zulässige Klage ist begründet.

Die Klägerin hat einen Anspruch gegen die Beklagte auf Zahlung weiteren Schadensersatzes gemäß §§ 7, 17 StVG, § 823 BGB in Verbindung mit § 115 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 VVG aufgrund des Unfallgeschehens vom xx.xx.2012 in tenorierter Höhe.

Die Beklagte kann die Klägerin nicht auf günstigere Stundenverrechnungssätze der Firma Y verweisen. Dies unabhängig davon, dass das gerichtlich eingeholte Sachverständigengutachten ergeben hat, dass diese Firma in der Lage ist, den streitgegenständlichen Unfallschaden am Pkw Mercedes der Klägerin in gleichwertiger Qualität wie eine Mercedes-Vertragswerkstatt zu reparieren und der Zeuge Z. bekundet hat, bei den zugrundegelegten Stundenverrechnungssätzen habe es sich um allgemein zugängliche Stundenverrechnungssätze gehandelt, die jedermann zugänglich gewesen seien ...

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