Tarifverhandlungen der Konzertveranstalterverbände mit der GEMA gescheitert

von Johannes Flötotto

Die seit Mitte des Jahres vom Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. (bdv) und dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen e.V. (VDKD) mit der GEMA, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, geführten Verhandlungen über die Fortsetzung ihres Ende 2014 auslaufenden Tarifvertrags im Bereich der Konzertveranstaltungen mit Unterhaltungsmusik sind gescheitert.

Die GEMA erließ daher soeben einen neuen, am 1. Januar 2015 in Kraft tretenden Tarif. An die Stelle der bisher nach Besucherzahlen abgestuften prozentualen Beteiligung sollen die Autoren nun grundsätzlich unabhängig von der Veranstaltungsgröße mit 10 Prozent an den Bruttoveranstaltungsumsätzen beteiligt werden. Die Erhöhung soll ab 2016 jährlich schrittweise erfolgen und 2020 dann ihr Ziel erreichen. bdv und VDKD haben das Erhöhungsverlangen der Verwertungsgesellschaft abgelehnt. Die Verbände werden ein Schiedsstellenverfahren beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München einleiten und einen Antrag auf Erlass eines Einigungsvorschlags stellen. Für das Jahr 2015 konnte mit der GEMA als Übergangsregelung eine Fortgeltung des aktuellen Tarifs erreicht werden.

“Für Veranstaltungen bis zu 2.000 Besucher bedeutet die Forderung eine Verdoppelung der bisherigen Konditionen. Und auch für größere Veranstaltungen erhöht sich der Tarif damit um mehr als 30 Prozent”, sagt bdv Präsident Jens Michow. Anlass für den Tarifstreit war zunächst ein Erhöhungsverlangen der GEMA für Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Besuchern. Dieses wurde von den Verbandsvertretern unter Hinweis auf die besondere kulturwirtschaftliche Bedeutung dieser Veranstaltungskategorie abgelehnt. “Gerade bei derartigen kleineren Veranstaltungen ist die Kostenbelastung im Verhältnis zum erzielbaren Umsatz ohnehin bereits weitaus höher als bei größeren Veranstaltungen”, erläutert VDKDPräsident Michael Russ ...

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