Trunkenheitsfahrt mal anders: Keine Entziehung des Sportbootführerscheins nach einmaliger Trunkenheitsfahrt mit 1,1 Promille

von Carsten Krumm

Mal etwas aus einem echten verkehrsrechtlichen Randgebiet. es ging um einen Sportbootführer, der mit einem Boot betrunken unterwegs war. Sicher wäre es gut, wenn solch ein Sportbootführer vom Wasser geholt würde. Der Versuch der Entziehung des Sportbootführerscheins scheiterte aber:

Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg - 7. Kammer - vom 22. Oktober 2013 wird zurückgewiesen. Die Beklagte trägt die Kosten des Berufungsverfahrens. Das Urteil ist hinsichtlich der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der Vollstreckungsschuldner kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110% des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der Vollstreckungsgläubiger zuvor Sicherheit in Höhe von 110% des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet. Die Revision wird nicht zugelassen. Tatbestand Der Kläger wendet sich gegen die Entziehung seiner Fahrerlaubnis zum Führen von Sportbooten auf Seeschifffahrtsstraßen (im Folgenden: Sportbootführerschein-See). Der Kläger befuhr mit seiner 8 m langen und 2,5 m breiten Segelyacht am H. Juni 2012 von K. kommend die Ostsee und fuhr im Bereich I. sein Boot fest. Die von anderen Seglern herbeigerufenen Besatzungsmitglieder eines Rettungsbootes betraten gegen 23 Uhr das Boot und fanden dort den schlafenden und alkoholisierten Kläger vor. Die von den sodann alarmierten Beamten der Wasserschutzpolizei vorgenommene freiwillige Atemalkoholmessung erbrachte um 0.58 Uhr (J. Juli) einen Atemalkoholwert von 2,14 Promille, eine um 2.20 Uhr entnommene Blutprobe wies eine BAK von 2,17 Promille und eine um 2.40 Uhr entnommene Blutprobe eine BAK von 2,12 Promille auf. Es ist zwischen den Beteiligten streitig, ob der Kläger schon vor dem Festfahren des Bootes Alkohol konsumiert hatte und ob das Segelboot im Bereich I. „aufgrund lag“ oder in einer Art Mulde mit tieferem Wasser trieb ...

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