Mord ohne Leiche

von Thorsten Blaufelder

Jan 6

Der „Mord ohne Leiche“ war tatsächlich Mord. Zu diesem Ergebnis kam nach Prüfung des Falles nun auch der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag, 30. Dezember 2014, verkündeten Urteil (AZ: 2 StR 439/13). Er bestätigte damit die Verurteilung des Ehemannes des Opfers zu lebenslanger Haft, aber ebenso die Freisprüche für weitere angeklagte durch das Landgericht Köln.

Der Mann war mit seiner philippinischen Ehefrau in Streit geraten. Danach war sie mit dem damals fünfjährigen gemeinsamen Sohn aus der Familienwohnung ausgezogen. Aus ihrer neuen Wohnung war die Philippinin dann im April 2007 plötzlich und ohne jeden Hinweis auf ihren Verbleib verschwunden.

Obwohl die Leiche der Frau niemals gefunden wurde, hatte das Landgericht Köln im Dezember 2009 den Ehemann, seine Schwester und seinen Schwager wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu jeweils lebenslanger Haft verurteilt. Das Trio habe so verhindern wollen, dass die Philippinin den Sohn in ihre Heimat mitnimmt. Stattdessen sollte er in der Familie der Schwester des Ehemannes aufwachsen.

Als eines von mehreren Indizien für einen Mord hatte das Landgericht ein Selbstgespräch verwertet, das die Polizei mit Wanzen im Auto des Ehemannes abgehört hatte. In seinem Wagen hatte er zu sich selbst gesagt, er habe seine Frau „totgemacht“. Am 22.12 ...

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