jur:next Urteil des Monats: BGH zur Heimtücke

von Tom Stiebert

Wie bereits angekündigt werden wir gemeinsam mit jur:next eine Besprechung zu einem aktuellen examensrelevanten Thema und Urteil in Form einer monatlichen Reihe anbieten. Im Wochenabstand werden wir euch also Beiträge zum Strafrecht, Zivilrecht und Öffentliches Recht bieten und so eine noch breitere Information ermöglichen.

Beginnen möchten wir heute mit einem ersten Beitrag zur Heimtücke bei Tötungsdelikten.

Heimtücke in Hessen

BGH, Urteil vom 24. September 2014, 2 StR 160/14

Der Mordparagraph ist momentan Objekt einer kontroversen Diskussion in Politik und Rechtswissenschaft. Immer wieder wird gefordert den Tatbestand wegen seiner historischen Gründe und seines Tätertypus abzuschaffen bzw. zu ändern.

Der BGH in Strafsachen musste sich in seinem neusten Urteil mit einem der umstrittensten Mordmerkmale beschäftigen; der Heimtücke.

1. Sachverhalt

Der Angeklagte lebte seit 2004 wegen wiederholter verbaler und körperlicher Auseinandersetzungen gegenüber seine Ehefrau räumlich von ihr und den drei gemeinsamen Kindern getrennt.

Am Tattag wollte er seine Frau zur Rede stellen und ihr eine Lektion erteilen. Dazu nahem er zwei Küchenmesser mit. Nachdem er seinen Sohn unter einem Vorwand wegschickte, begab er sich wortlos mit jeweils einem Messer in der Hand, in die Küche. Die sich dort befindende Ehefrau drehte sich zum Angeklagten um und sah diesem in die Augen. In Erwartung eines Streitgespräches wollte sie die Küche verlassen und trat zwei Schritte auf diesen zu.

Der Angeklagte versetze ihr, ohne ein Wort zu wechseln, daraufhin den ersten Stich in den Bauch und den zweiten Stich in den Oberkörper[1].

2. Problemaufriss

Nach gängiger Ansicht tötet heimtückisch, wer bei der Tat die bestehende Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst zur Tötung ausnutzt. Wobei die Wehrlosigkeit gerade auf der Arglosigkeit beruhen muss ...

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