Verletzungen durch Feuerwerkskörper – haften Eltern für ihre Kinder?

Zum Jahreswechsel veranstalten viele vor ihrer Haustür ein privates Feuerwerk mit Feuerwerksbatterien, Raketen und Böllern. Gerade Böller sind sehr beliebt, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Die Gefahren werden allerdings häufig falsch eingeschätzt.

Gerade am Silvesterabend sieht man überall in den Städten Jugendliche durch die Straßen ziehen, die wahllos Böller auf die Straße werfen. Feuerwerksraketen und Böller bergen gerade auf Grund ihrer Unberechenbarkeit große Gefahren. Nicht selten kommt es vor, dass ein Querschläger einen in der Nähe stehenden Menschen trifft. Die Folge sind oft schwere Verbrennungen. Doch wer haftet für Schadensersatz und Schmerzensgeld, wenn Kinder oder Jugendliche durch die Verwendung von Raketen und Böllern anderen Schaden zufügen

Rechtsanwältin Sandra Deller

Wann haften Kinder für Schäden?
Unter Umständen kann eine Haftung des Kindes selbst in Betracht kommen. Das hängt zum einen maßgeblich vom Alter ab, zum anderen auch von der Einsichtsfähigkeit des Kindes.

Bis zum Alter von 7 Jahren haftet ein Kind nicht, ab 18 Jahren haftet es voll. In der Zeitspanne dazwischen kommt es im Wesentlichen darauf an, ob das Kind in der Lage ist einzusehen, dass die Verwendung des Böllers gefährlich ist, ein Unrecht darstellt und es für die durch die Verwendung entstandenen Schäden einstehen muss. Hauptkriterium für die Beurteilung ist der Stand der geistigen Entwicklung des Kindes, der jeweils individuell bestimmt werden muss.

Eine solche Einsichtsfähigkeit hat zum Beispiel das OLG Nürnberg bei einem 11-jährigen Jungen angenommen, der eine so genannte „Biene“ nach dem Anzünden wegwarf, ohne sich vorher vergewissert zu haben, ob andere Personen in der Nähe standen (OLG Nürnberg Urteil vom 14.03.2005, Az. 8 U 3212/04) ...

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