Freiwillige Todesstrafe

von Mirko Laudon

Frank Van Den Blee­ken will ster­ben – al­ler­dings nicht ir­gend­wann, wenn die Na­tur es will. Er will die To­des­strafe für sich selbst und das mög­lichst bald.

Der heute 50-Jährige Van Den Blee­ken war einst we­gen Mor­des und meh­re­rer Ver­ge­wal­ti­gun­gen ver­ur­teilt wor­den. Drei Jahr­zehnte ver­brachte er in Haft. Er leide ex­trem un­ter sei­nen se­xu­el­len Wahn­vor­stel­lun­gen, die ihm nach ei­ge­nen An­ga­ben „Höl­len­qua­len“ be­rei­ten. Er wolle ster­ben, weil seine se­xu­el­len Wahn­vor­stel­lun­gen bis­her auch fast über­haupt nicht the­ra­piert wor­den seien. Der in Si­che­rungs­ver­wah­rung un­ter­ge­brachte Mann be­trachte sich selbst als Ge­fahr für die Ge­sell­schaft, eine Frei­las­sung käme für ihn selbst des­halb über­haupt nicht in Frage. In ei­ner TV-Dokumentation sagte er

Wenn Men­schen Se­xu­al­straf­ta­ten be­ge­hen, muss man ih­nen hel­fen, da­mit um­zu­ge­hen. Sie ein­fach ein­zu­sper­ren, helfe nie­man­dem. Nicht der Per­son, nicht der Ge­sell­schaft und nicht den Opfern. Tod statt bes­sere Haftbedingungen

Im Sep­tem­ber 2014 er­stritt er sich vor ei­nem Ge­richt in Brüs­sel das Recht auf Ster­be­hilfe. Jetzt steht auch der Ter­min fest: Am 11. Ja­nuar soll Van Den Blee­ken im Ge­fäng­nis von Brügge ei­nen Gift-Cocktail ge­spritzt be­kom­men, be­rich­tete die Ta­ges­zei­tung „De Mor­gen“ am Sams­tag un­ter Be­ru­fung auf ei­nen Spre­cher des Justizministers.

Der Rechts­an­walt Jos Van­der Vel­pen er­hob hin­ge­gen schwere Vor­würfe ge­gen den Straf­voll­zug. Sein Man­dant sei wäh­rend der ge­sam­ten Haft­zeit tat­säch­lich fast gar nicht the­ra­piert wor­den ...

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