Ameisensäure im Leder einer Couch, darf das sein?

von Daniela Kühnlein

Wer eine Ledercouch kauft muss damit rechnen, dass in dem Leder Ameisensäure enthalten ist. Denn der Einsatz von Ameisensäure bei der Verarbeitung von Leder ist,

  • obwohl die Ausdünstungen von Ameisensäure als geruchsstörend empfunden werden und bei empfindlichen Personen eine reizende Wirkung auf Augen, Atemwege und Haut haben können,

weit verbreitet und anerkannt. Der Stoff sorgt für eine einheitliche Gerbung der Tierhaut und hilft dabei, Farbstoffe zu fixieren. Aus diesem Grund ist ein gewisser Wert von Ameisensäure auch üblich.

Erwarten kann der Käufer eines Lederprodukts allerdings, dass,

  • auch wenn es in der Lederproduktion keine Grenzwerte für Ameisensäure gibt,

der Hersteller unter solchen Bedingungen produziert, die das Risiko einer Gesundheitsgefährdung dem Stand der Technik entsprechend gering halten.

  • Deshalb stellt es einen Sachmangel im Sinne von § 434 Absatz 1 Nr. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) dar, wenn eine Ledercouch zu viel Ameisensäure enthält und dadurch Gesundheitsgefahren auslöst.

Nach dieser Vorschrift ist eine Sache nur frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Darauf hat das Landgericht (LG) Stuttgart mit Urteil vom 15.12 ...

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