China-Böller im Dixi-Klo – Silvesterscherz rechtfertigt fristlose Kündigung

von Stephan Weinberger

Das Arbeitsgericht in Krefeld musste sich mit einem „Silvesterscherz“ beschäftigen, der zur fristlosen Kündigung führte.

Der Kläger habe auf dem Betriebsgelände der Beklagten einen Feuerwerkskörper von oben in eine dort aufgestellte mobile Toilettenkabine geworfen, in der sich der Kollege des Klägers aufgehalten habe. Sein Kollege sei durch den explodierenden Feuerwerkskörper erheblich verletzt worden. Er habe Verbrennungen am rechten Oberschenkel, am rechten Hodensack und an der rechten Leiste erlitten. Aufgrund seiner Verletzungen sei der Kollege drei Wochen arbeitsunfähig erkrankt gewesen.

Auch in der Vergangenheit habe der Kläger gegenüber seinen Kollegen unangemessenes Verhalten gezeigt. Er habe seine Kollegen auf das Gröbste und unflätige Weise beschimpft und sei auch vor Tätigkeiten nicht zurückgeschreckt. Deshalb habe der Kläger auch eine mündliche und eine schriftliche Abmahnung erhalten.

Ein derartiges Verhalten könne die Beklagte nicht tolerieren, insbesondere, wenn es bei dem Mitarbeiter wie dem Kläger um einen Vorarbeiter handele, der auf den Baustellen Verantwortung für seine Kollegen in einem gefährlichen Gewerk, den Gerüstbau, zu übernehmen habe. Die Beklagte kündigte dem Kläger fristlos.

Der Kläger erhob gegen die Kündigung Klage und hat die Ansicht vertreten, dass keine so schwerwiegende Pflichtverletzung vorliege, dass dies unmittelbar die fristlose Kündigung rechtfertigen würde. Der kollegiale Umgang auf Gerüstbaustellen sei auch schon mal etwas ruppiger ...

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