Das gab´s noch nie: Der Schwester des spanischen Königs wird der Prozess gemacht

von Rainer Pohlen

Landgericht Palma

Die Zeiten, in denen Kaiser und Könige die unbeschränkten Herrscher ihres Landes waren, sind längst vorbei. Jedenfalls in Europa. Die Königinnen und Könige von Norwegen, Schweden, Dänemark, Großbritannien, Holland, Belgien und Spanien sind zwar formale Staatsoberhäupter ihrer Länder, üben aber in erster Linie repräsentative Ämter aus und haben die wahre Macht längst den gewählten Regierungen und Parlamenten überlassen müssen. Als Bürger ihres Landes unterliegen sie und ihre Angehörigen dessen Gesetzen und der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Das ist auch gut so.

Strafverfahren gegen Könige und ihre Angehörigen sind auch in der heutigen Zeit selten. In Deutschland wurde zuletzt vor dem Amtsgericht Dresden gegen einen König verhandelt, aber der heißt nur so, nämlich Lothar König, und ist seines Zeichens Jugendpfarrer mit einem ausgeprägten Hang zum Widerstand gegen rechtsradikales Gedankengut, was ihm eine Anklage u.a. wegen schweren Landfriedensbruchs einbrachte. Inzwischen wurde das von vielen Sonderbarkeiten geprägte Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt.

Im von wirtschaftlicher Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und einer verlorenen Fußballweltmeisterschaft geprägten Spanien kommt jetzt erstmals ein hochrangiger Royal vor Gericht, nämlich Infantin Cristina, die Schwester des seit kurzem amtierenden Königs Felipe VI. Wie spiegel-online berichtet, hat der mallorquinische Richter José Castro gegen das Votum der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren gegen Zahlung von 600 ...

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