Der Spott des Bernie Ecclestone über die deutsche Justiz und der Frust des Uli Hoeneß: Ein Spiegelbild zweier unsäglicher Entscheidungen

von Rainer Pohlen

Bayerisches Wappen

Nach der gesetzgeberischen Intention ist die in § 153a StPO vorgesehene Möglichkeit, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch Erfüllung bestimmter Auflagen zu beseitigen, für Fälle der leichteren bis mittleren Kriminalität gedacht und soll in geeigneten Fällen zur Entlastung der Justiz beitragen. Unstreitig kann sich eine solche Möglichkeit auch während einer Hauptverhandlung ergeben, wenn sich die Sache als weniger schwerwiegend herausstellt, als dies bei Anklageerhebung bzw. bei der Zulassung der Anklage absehbar war.

Dass ein Fall, bei dem es um Bestechung und um Anstiftung zur Untreue mit einem Volumen von mehr als 40 Millionen Euro geht, noch zur Kategorie “mittlere Kriminalität” gehören könnte, leuchtet nur schwer ein, auch wenn nach dem berühmt-berüchtigten Vodafone-Mannesmann-Prozess ja fast Alles möglich erschien. Seinerzeit war das Verfahren, in dem es um Untreue mit einem Volumen von 58 Millionen Euro ging, gegen Zahlung von Geldauflagen in einer Gesamthöhe von 5,8 Millionen Euro eingestellt worden.

Im Fall des Formel-1-Magnaten Bernie Ecclestone ist das noch einmal getoppt worden. Zwar ging es um ein paar Millionen weniger, aber immerhin war der frühere Bankenvorstand Gerhard Gribkowski auf der Grundlage einer geständigen Einlassung wegen Untreue in Tateinheit mit Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden, weil er nach eigenen Angaben von Ecclestone 50 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zusammenhang mit dem Verkauf von Formel-1-Anteilen erhalten haben will. Näheres dazu ist ebenfalls bei Wikipedia nachzulesen.

Gegen Ecclestone hat die Münchner Staatsanwaltschaft sodann Anklage erhoben, über welche im Sommer verhandelt wurde ...

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