Kann ein Arbeitgeber der gutgläubig gegen einen Arbeitnehmer eine Strafanzeige erstattet, verpflichtet sein diesem die Anwaltskosten zu erstatten?

von Hannes Burkert

Ein Arbeitgeber, der Strafanzeige gegen seinen Arbeitnehmer erstattet hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet sein, die Kosten für dessen anwaltliche Vertretung zu übernehmen.

Darauf hat das Arbeitsgericht (ArbG) Köln mit Urteil vom 18.12.2014 – 11 Ca 3817/14 – hingewiesen.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall war von der beklagten Arbeitgeberin, die ein Werttransportunternehmen betreibt, gegen einen zwischenzeitlich ausgeschiedenen Arbeitnehmer, ohne diesen vorher zu der Sache zu befragen, Strafanzeige erstattet worden, nachdem der Verbleib eines Geldscheins eines Kunden nicht mehr nachvollzogen werden konnte, den, wie sich nach Aufklärung des Sachverhalts durch die Staatsanwaltschaft herausstellte, der Arbeitnehmer zur Überprüfung seiner Echtheit der Polizei übergeben und nach Rückerhalt in einer Filiale der Arbeitgeberin abgegeben hatte, was allerdings nicht quittiert worden war ...

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