Die versuchte Vernehmung der Strafverteidigerin

von Alexandra Braun
“Versuch macht kluch”, denkt sich die Polizei Hamburg und versucht eine Vernehmung der Strafverteidigerin

Dem Mandanten wird eine nicht unbedingt harmlose Straftat vorgeworfen, die Polizei lädt ihn telefonisch zur Vernehmung. Der Anruf auf seiner Mailbox macht den Mandanten dann doch etwas nervös. Sagte der Polizist doch Dinge, wie man sie sonst in Krimis hört. “Es wäre besser, wenn Sie jetzt reinen Tisch machen. Ich kann Ihnen dann vielleicht noch helfen, später aber nicht mehr.” Jedenfalls denkt er sich, dass er doch besser einen Strafverteidiger beauftragen sollte und wendet sich an mich.

Ich erkläre ihm, dass er zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch machen soll, ich seinen Termin zur Vernehmung absagen werde und wir nach Akteneinsicht in Ruhe – nach Auswertung der Akte – entscheiden, ob eine Einlassung erfolgen wird. Wie sagt ein Kollege immer: Schweigen ist Platin, Reden ist Scheiße.”

Der Anruf bei der Polizei Hamburg läuft in etwa wie folgt:

Ich: “Rechtsanwältin Braun, ich verteidige nun Herrn XY, den Vernehmungstermin wird er nicht wahrnehmen ...

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