Da wären wir fast beim Schwurgericht gelandet. Dann gab´s aber doch eine Einstellung mit Auslagenentscheidung zu Lasten der Staatskasse.

von Rainer Pohlen

Wenn es nach dem Nebenklagevertreter gegangen wäre, dann wäre das Verfahren an das Schwurgericht abgegeben worden. Das hat er in Tat in der gestrigen Hauptverhandlung vor der Einzelrichterin beim Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt angeregt. Zum Schluss wurde das Verfahren dann aber gem. § 153 StPO eingestellt. Die Verfahrenskosten einschließlich der notwendigen Auslagen der beiden Angeklagten wurden der Staatskasse auferlegt.

Das Ganze war ein Verfahren mit vielen Merkwürdigkeiten. Schon im Mai 2011 war mein Mandant in Begleitung des späteren Mitangeklagten zur Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau gegangen, um diese – so seine Einlassung – zur Rede zu stellen, weil sie die gemeinsame Tochter nicht mehr ans Telefon ließ, um mit ihm zu sprechen. Die Ehefrau wiederum hatte einen anderweitig verheirateten Lover, der ihn bei früherer Gelegenheit schon einmal unsanft der Wohnung verwiesen hatte. Um Eskalationen zu vermeiden, hatte der Mann seinen Freund gebeten, mitzukommen und zunächst in etwas Abstand zu dem Haus, in dem sich Wohnung der Frau befand, zu warten.

Noch bevor er am Haustor angekommen war und klingeln konnte, öffnete sich das Tor und der Lover trat auf die Straße. Das war im Verfahren unstreitig. Was dann geschah, wurde von beiden Seiten unterschiedlich geschildert. Der um seine Tochter besorgte Vater gab an, sein Kontrahent sei sofort mit einem Faustschlag auf ihn losgegangen, der ihn im Gesicht gestreift hätte. Um weiteren Angriffen vorzubeugen, hätte er versucht, den Mann festzuhalten. Dabei seien beide auf die an dieser Stelle enge Fahrbahn gefallen. Fahrzeuge hätten anhalten müssen, um sie nicht zu überfahren. Auf der Straße hätte sie miteinander gerangelt, bis sie von seinem hinzugeeilten Freund getrennt worden wären.

Der Lover der Frau meinte im Rahmen seiner polizeilichen Vernehmung demgegenüber, er sei auf die Straße getreten und sofort mit einem Faustschlag empfangen worden ...

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