Reus

von Thomas Wings

Zum Reusgate ist schon viel geschrieben worden, aber es kann ja nicht schaden, wenn ein Schalker Jurist diesen Fall einmal als quasi völlig neutrale (sic!) Instanz bewertet. Gestern erreichten mich zu dieser Causa so viele Fragen, die ich hier gerne beantworten möchte.

1.Anzahl der Tagessätze

Reus hat wohl einen Strafbefehl über 90 Tagessätze erhalten für fünfmaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Urkundenfälschung. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Gesamtstrafe aus diesen einzelnen Taten. Berücksichtigt man nur diese fünf Taten – und mehr waren ja (zunächst) nicht zu berücksichtigen, dann dürfte die Strafhöhe halbwegs realistisch sein. Immer unterstellt, Reus wäre noch nicht vorbestraft gewesen. Ein normaler Mensch abseits jeglicher Prominenz müsste normalerweise mit einer Strafe pro Fall von 30 Tagessätzen rechnen; bei weiteren Taten würde man hierauf einen kleinen Aufschlag packen, immer unter der Berücksichtigung, dass er bei jeder einzelnen Fahrt noch nicht vorbestraft war. Man multipliziert bei einer Gesamtstrafe diese 30 Tagessätze jetzt nicht mit 5, sondern erhöht die Strafe um ein bauchgefühlsmäßiges Maß. Dass dann am Ende 90 steht, ist aus diesem Blickwinkel durchaus realistisch – wenn man nur die wenigen vorgeworfenen Taten des führerscheinlosen Fahrens berücksichtigt. Da aber offenbar auch eine Urkundenfälschung wegen eines bewusst mitgeführten gefälschten Führerscheins mitbestraft wurde, wäre meine vorsichtige Einschätzung, dass ein Normalbürger bei einem vergleichbaren Vorwurf eher mit einer höheren Strafe zu rechnen gehabt hätte, wenngleich auch nicht wesentlich höher.

Die in der Presse zitierte Aussage, er habe sich nach dem Mißlingen seiner Führerscheinprüfung dazu entschieden, ohne Führerschein zu fahren, gibt dem ganzen dazu eine besondere Note ...

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