Mehr Urlaub durch Arbeitgeberwechsel?

von Thorsten Blaufelder

Bei einem Arbeitgeberwechsel können Arbeitnehmer von ihrem neuen Chef grundsätzlich den noch verbliebenen Urlaub aus der vorhergehenden Tätigkeit einfordern. Der Arbeitnehmer muss allerdings mit der Urlaubsbescheinigung seines alten Arbeitgebers nachweisen, wie viele Urlaubstage er bereits in Anspruch genommen hat, urteilte am Dienstag, 16.12.2014, das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (AZ: 9 AZR 295/13).

Geklagt hatte ein Berliner, der am 12.04.2010 eine Beschäftigung in einem Lebensmittelmarkt aufnahm. Als er arbeitsunfähig erkrankte, wurde das Arbeitsverhältnis beendet. Laut Arbeitsvertrag standen ihm neben den im Bundesurlaubsgesetz festgeschriebenen 24 Urlaubstagen weitere sechs Tage zu.

Einen Urlaubstag habe er bereits bei seinem früheren Arbeitgeber genommen, für die anderen im Jahr 2010 verbliebenen 29 Urlaubstage müsse sein letzter Chef nun aufkommen. Die Urlaubsabgeltung belaufe sich damit auf 2.152,00 €.

Der Arbeitgeber wollte dies nicht einsehen. Zum einen habe der Arbeitnehmer seine Ansprüche nicht rechtzeitig geltend gemacht, zum anderen fehle jeglicher Nachweis darüber, wie viele Urlaubstage der Kläger während seiner früheren Beschäftigung in Anspruch genommen hat.

Das BAG gab dem Arbeitnehmer im Wesentlichen recht, verwies das Verfahren aber an das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg zurück ...

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