“Die Adresse unseres Klinikarztes? Die ist TOP SECRET!”

von Liz Collet

Es gibt einen bösen Witz darüber, warum Ärzte bei Operationen einen Mundschutz tragen. Dies diene dazu, sie im Falle eines Behandlungsfehlers hinterher nicht identifizieren und haftbar machen zu können.

Angesichts der immer öfter berichteten Fälle von ungenehmigten und unfreiwilligen Fotos, die (Klinik-)Ärzte oder Pfleger oder anderes Personal teils nur von ihren Patienten, teils mit sich und ihren Patienten fertigen und heimlich horten oder öffentlich posten, ist der makabre Witz nur scheinbar überholt.

Denn ungeachtet der Selfies mit Patienten erfährt man auch als Patient im Nachhinein und beim Versuch der Klärung und ggf. erforderlichen gerichtlichen Durchsetzung nicht immer alle Daten eines Arztes, der Hand an den Patienten gelegt hat. Bei einer OP etwa.

Der folgende Fall, welcher beim BGHin Kürze mündlich verhandelt wird, illustriert das gut. Dort geht es um die Frage, ob ein Patient nicht spätestens im Zuge der Geltendmachung von Ansprüchen aus einer ärztlichen Behandlung im Krankenhaus einen Anspruch darauf hat, ungeachtet der Klinikanschrift für Zustellungen an den Arzt auch dessen Privatanschrift zu erhalten.

Was spricht eigentlich dagegen, diese zu benennen und dem Patienten damit nicht mehr und nicht weniger das an Transparenz zu bieten, was vice versa der Arzt schliesslich auch von ihm kennt: Seine Privatadresse. Die wird nämlich mit der allergrössten Selbstverständlichkeit als Daten erfasst, gespeichert und genutzt, selbst wenn die Abrechnung der Behandlung nicht privat sondern über dessen gesetzliche Krankenkasse erfolgt. Zur Identifikation als versicherter Patient der Krankenkasse müsste die Adresse längst nicht mehr benannt und gespeichert werden, wo die Versichertenkarte für die Abrechnung an sich ausreichend wäre ...

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