Der Ast einer Linde

Zur Abwehr der von Bäumen ausgehenden Gefahren hat eine Stadt diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zum Schutz gegen Astbruch und Windwurf erforderlich sind. Nur wenn es konkrete Anhaltspunkte für eine mangelhafte Stabilität des Baumes gibt, ist eine eingehendere fachmännische Untersuchung vorzunehmen. In der Regel reicht eine in angemessenen Abständen ordnungsgemäß durchgeführte Sichtprüfung aus.

So hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht einer Stadt begründet und in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils des Landgerichts Dortmund die Stadt zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet. Der seinerzeit 52 Jahre alte Kläger, seinerzeit wohnhaft in Hamm, parkte im Mai 2012 seinen Pkw Mercedes Benz in einer Parkbucht auf der Straße “Sonnenplatz” in Dortmund. Im Verlauf des Tages brach ein Ast von der am Straßenrand stehenden Linde ab und beschädigte das Dach des klägerischen Pkw. Von der beklagten Stadt hat der Kläger Schadensersatz in Höhe von ca. 4.700 Euro verlangt und gemeint, die Stadt habe ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt, weil sie den Baum nicht hinreichend kontrolliert habe. Die Beklagte ist dem entgegengetreten und hat gemeint, die bei dem Baum zweimal im Jahr durchgeführte Sichtkontrolle sei ausreichend gewesen ...

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