Bilanzstichtag ist Inventurtag!

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Alle Kauf­leute, die nach den han­dels­recht­li­chen oder steu­er­li­chen Vor­schrif­ten Bücher füh­ren und im Laufe des Wirt­schafts­jah­res keine per­ma­nente Inven­tur vor­neh­men, müs­sen zum Ende des Wirt­schafts­jah­res ihre Bestände zäh­len (die Inven­tur­vor­schrif­ten erge­ben sich aus den §§ 240, 241 HGB und den §§ 140, 141 AO). Ohne Inven­tur kann man nicht ordent­lich Buch füh­ren, und der Tag, an dem sie gemacht wer­den muss, ist der Bilanzstichtag.

Dabei geht es steu­er­lich auch darum, Wert­min­de­run­gen von Bestän­den und ihre Dauer fest­zu­stel­len und nach­zu­wei­sen. Denn bei vor­aus­sicht­lich dau­ern­der Wert­min­de­rung muss man den ent­spre­chen­den Teil­wert abschreiben.

Eine Foto­in­ven­tur ist nicht zuläs­sig. Da die Inven­tur­ar­bei­ten aber oft sehr zeit­auf­wän­dig sind, ins­be­son­dere bei den Roh-, Hilfs– und Betriebs­stof­fen, den Fabri­ka­ten und Han­dels­wa­ren, gibt es aber zeit­li­che Erleichterungen:

Bei der so genann­ten zeit­na­hen Inven­tur kön­nen die Bestands­auf­nah­men inner­halb von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanz­stich­tag statt­fin­den. Zwi­schen­zeit­li­che Bestands­ver­än­de­run­gen durch Ein­käufe oder Ver­käufe sind zuver­läs­sig festzuhalten. Bei der zeit­lich ver­leg­ten Inven­tur kön­nen die Bestands­auf­nah­men inner­halb der letz­ten drei Monate vor oder der ers­ten zwei Monate nach dem Bilanz­stich­tag vor­ge­nom­men wer­den. Die dabei ermit­tel­ten Bestände muss man dann wert­mä­ßig zum Bilanz­stich­tag fort­schrei­ben bzw. rück­rech­nen. Dies nur men­gen­mä­ßig zu tun, reicht nicht aus. Für Bestände, die durch Schwund, Ver­derb und ähn­li­che Vor­gänge unvor­her­seh­bare Abgänge erlei­den kön­nen und für beson­ders wert­volle Güter ist nur die Stich­tags­in­ven­tur zuläs­sig ...Zum vollständigen Artikel


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