MRSA-Infektionen im Krankenhaus sind nur durch Eigeninitiative zu verhindern

von Philip Christmann

Vermehrt haben sich die Gerichte in den vergangenen Jahren mit Klagen von Patienten gegen Kliniken beschäftigt, die sich in der Klinik mit multiresistenten Keimen infiziert haben. In der Regel wurden die Klagen abgewiesen. Die Gerichte verlangen von dem Patienten den stichhaltigen Beweis, dass er sich durch einen Pflege- bzw. Hygienefehler der Klinik mit dem Keim infiziert hat. Diesen Beweis zu erbringen ist sehr schwer. Eine Vermutung dahin, der Patient habe sich wohl in der Klinik mit dem Keim infiziert, lehnen die Gerichte ganz überwiegend ab. Um einen Fehler der Klinik nachzuweisen, muss der Patient einen Hygienefehler konkret nachweisen. Dies ist denkbar, wenn z.B. der Patient mit einem an MRSA erkrankten Patienten im selben Zimmer lag. Im übrigen müsste der Patient Einsicht in die Hygienedokumentation haben. Er hat aber grundsätzlich keinen Anspruch, in diese Dokumentation Einsicht zu nehmen, weil diese nicht zu der Behandlungsdokumentation gehört, die er einsehen darf. Selbst wenn der Patient über das Ordnungsamt Einsicht in diese Unterlagen bekommt, kann er regelmäßig einen Fehler nicht sicher nachweisen.

Der Fokus ist daher auf die Prävention zu richten. Wie kann der Patient eine Infektion verhindern? Nun ist der Patient zuerst einmal in der Regel gar nicht in der Lage, selbst Schutzmaßnahmen zu treffen, weil er krank ist und im Bett liegt. Er kann sich nicht selbst darum kümmern, dass das Pflegepersonal oder Besucher seines Bettnachbarn sich bei Betreten des Zimmers die Hände waschen und desinfizieren. Letzteres ist Einfallstor Nr. 1 für die Keime.

Allerdings können die Angehörigen des Patienten etwas tun. Erste Regel ist, dass die Angehörigen möglichst viel Zeit bei dem Patienten verbringen und damit Präsenz zeigen. Es gilt, ein waches Auge zu haben und bei Pflegemaßnahmen anwesend zu sein. Die Angehörigen sollten sich auf der Station beim Pflegepersonal informieren, ob es MRSA-Patienten gibt ...

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