Choice Architecture in Democracy: Verfassungsblog-Konferenz am 12.-14. Januar 2015

von Alexandra Kemmerer

Kann ein sanfter Schubs gefährlich sein? Sind staatliche Interventionen, uns zu gesünderen, klügeren, einfach besseren Versionen unser selbst zu machen, womöglich gar Ausdruck der „manipulativen Kraft des technischen Exekutivstaates“ (Jürgen Habermas)? Entscheidungsarchitekturen zu verändern, wie Richard H. Thaler und Cass Sunstein in ihrem Konzept des libertären Paternalismus vorschlagen, wird von vielen als moderne und effiziente Regulierungsmethode gepriesen. Das wirft eine Menge schwieriger Fragen auf. Die Bürger_innen bleiben frei in ihrer Entscheidung, wie sie leben wollen; aber ihr Verhalten wird einer Effizienzlogik und einer Kontrolle unterworfen, die nur das angeblich gute Leben belohnt und das angeblich falsche bestraft. Wird unser Verhalten durch selbstregulierende Systeme standardisiert? Verdrängt die Technokratie die Politik, verdrängt der sanfte Anreiz die individuelle Autonomie?

Bis dato hat sich die Verfassungsrechtswissenschaft kaum an der Debatte um die staatliche Steuerung menschlichen Verhaltens und die daraus entstehenden Bedrohungen für Freiheit und Autonomie beteiligt. Um die politischen, ökonomischen, ethischen und verfassungsrechtlichen Aspekte dieser Debatte zu bündeln, wird das Forschungsprojekt Verfassungsblog an der Humboldt-Universität zu Berlin, mit Unterstützung durch die Vodafone Stiftung Deutschland, eine internationale Konferenz veranstalten.

Die Konferenz beginnt am 12 ...

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