“Ungeheures staatsanwaltliches Fehlverhalten” – Gericht lässt Mordanklage gegen Debra Milke nach 24 Jahren fallen

von Rainer Pohlen

Im Jahr 1990 war die aus Berlin stammende damals 25-jährige Debra Milke durch ein Gericht im US-Bundesstaat Arizona zum Tode verurteilt worden, weil sie zwei Killer angeheuert haben soll, ihren vierjährigen Sohn zu töten, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren. Die beiden Männer, James Styers und Roger Scott, sitzen bis heute in der Todeszelle und schweigen beharrlich. Einer von ihnen hatte allerdings seinerzeit eingeräumt, den Jungen in die Wüste gebracht und dort erschossen zu haben. Den Auftraggeber hatte er nie benannt.

Die Verurteilung von Debra Milke beruhte diversen Presseberichten zufolge im Wesentlichen auf der Aussage des polizeilichen Ermittlungsleiters Armando Saldate, der angegeben hatte, Milke habe ihm ihre Tatbeteiligung gestanden. Das hatte die heute 49-jährige Frau immer bestritten. Es gab weder ein schriftliches Protokoll über das Geständnis noch eine Tonaufnahme oder weitere Zeugen der Vernehmung. Den Geschworenen war im Prozess nicht mitgeteilt worden, dass Saldate schon einmal wegen eidlicher Falschaussage vor Gericht verurteilt worden war. Ich habe über das Verfahren im strafblog bereits berichtet ...

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