Risiko Minijob – Mindestlohn gibt neue Regeln ab 2015

von Jürgen Westerath

Bis 450 € monatlich brutto = netto

Minijobs bis 450 € monatlich sind sozialversicherungsfrei. Arbeitnehmer erhalten den Bruttoverdienst fast ohne Abzüge netto ausgezahlt. Wieviel Stunden dafür gearbeitet wird, war bislang egal. Ab Januar 2015 dürfen nur noch 12 Stunden pro Woche oder 52 Stunden im Monat gearbeitet werden. Bei Mehrarbeit entsteht Sozialversicherungspflicht.

Grund dafür ist das Mindestlohngesetz (MiLoG). Ab dem 1.1.2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Dieser ist auch für geringfügig Beschäftigte zu zahlen. Wer mehr als 52 Stunden im Monat arbeitet, verdient dann mehr als 450 € und verliert damit die Versicherungsfreiheit. Der Arbeitgeber muss dann ganz normal Sozialversicherungsbeiträge abführen und den Mitarbeiter bei der Krankenversicherung anmelden.

Was bestimmt das MiLoG?

Für geringfügig Beschäftigte schreibt § 17 MiLoG vor, dass Arbeitgeber

Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit wöchentlich aufzeichnen (spätestens sieben Tage nach der Arbeitsleistung) und diese Aufzeichnungen mindesten zwei Jahre lang aufbewahren müssen.

Die Verletzung dieser Vorschrift ist eine Ordnungswidrigkeit (§ 21 MiLoG) und beinhaltet zudem für den Arbeitgeber das Risiko, dass bei einer Betriebsprüfung längere Arbeitszeiten unterstellt oder vermeintlich nachgewiesen werden. Das kann Sozialversicherungsnachzahlungen in erheblicher Höhe (ca. 40% des nach MiLoG zu zahlenden Verdienstes) ergeben. Diese Nachzahlung trägt allein der Arbeitgeber.

Was ist zu tun?

Arbeitgeber müssen also ab Januar sicherstellen, dass

alle geringfügig Beschäftigten (Minijobber bis 450 € mtl.) die Arbeitszeiten erfassen die Aufzeichnungen bei den Lohnkonten verwahrt werden und der Mindestlohn nicht unterschritten wird ...Zum vollständigen Artikel


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