Hey, fang! {Jetzt hat das Bundesarbeitsgericht sich das eingefangen…}

von Liz Collet

Einnern Sie sich noch an den Azubi, der mit Wuchtgewichten im Kfz-Betrieb umeinanderwarf?

Und dabei eben nicht mit dem Zuruf “Hey, fang!” , sondern ohne jegliche Vorwarnung werfend einen anderen Mitarbeiter so traf, dass dieser am linken Auge, am Augenlid und an der linken Schläfe getroffen eine Hornhautverletzung sowie eine Oberlidrandverletzung davontrug.

Für Sie als Hereinblinzler, die sich hier noch als Neulinge eingewöhnen oder die den Fall nicht mehr en detail in Erinnerung haben, hier der Bericht anlässlich der Entscheidung seinerzeit beim Berufungsgericht: => “Hey, fang!” {Herumwerfen von Wuchtgewichten in Kfz-Betrieb ist persönlich-privater Bereich}

Diese Verletzungen führten anschließend mindestens zweimal zu stationären Behandlungen, bei denen auch operative Eingriffe durchgeführt wurden. So wurde – unter anderem – eine Kunstlinse in das linke Auge eingesetzt. Dabei teilte man dem Kläger mit, aufgrund der Hornhautnarbe werde eine Sehbeeinträchtigung verbleiben. Zwischen den Prozessbeteiligten ist der weitere Krankheits- und Behandlungsverlauf streitig. Die Haftpflichtversicherung des Beklagten lehnte Ansprüche des Klägers ab. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall zahlt dem Kläger aufgrund des Vorfalls eine monatliche Rente von 204,40 Euro.

Der Kläger verlangt ein Schmerzensgeld sowie die Feststellung, dass der Beklagte verpflichtet ist, weiteren Schaden zu ersetzen. Er macht geltend, dass eine fortschreitende Sehverschlechterung und weitere schmerzhafte operative Eingriffe am Auge drohen und dass der Beklagte habe wissen können, dass er mit seinem Wurf jemanden verletzen könne.

Der Beklagte behauptet

(halten Sie sich fest, solche Verteidigungshumoresken lesen Sie selten genug),

es sei üblich gewesen, die Wuchtgewichte nach dem Entfernen fallen zu lassen bzw. sie zur Seite oder nach hinten zu werfen und abends zusammenzukehren und zu entsorgen ...

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