Ärztliche Aufklärung – die Selbstbestimmungs- bzw. Eingriffsaufklärung

von Corinna Engelskirchen

Immer wieder hören wir von unseren Mandanten den Satz: „Das hat mir der Arzt aber vorher nicht gesagt.“ Eine Aussage, die sich auf das Aufklärungsgespräch bezieht.

Es gibt zwei Arten von Aufklärungsgesprächen: Zum einen die Selbstbestimmungs- bzw. Eingriffsaufklärung, sozusagen das „Kerngespräch“, und zum anderen die Sicherungs- bzw. therapeutische Aufklärung.

Erstere zielt ab auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten und soll es ihm ermöglichen, darüber zu entscheiden, ob er sich einer bestimmten Behandlung unterziehen möchte oder nicht. Dabei ist es Aufgabe des Arztes, den Patienten in die Lage zu versetzen, die Diagnose, den Umfang und Ablauf sowie die Tragweite der ärztlichen Behandlungsmaßnahmen zu verstehen, damit er sich für oder gegen die Behandlung entscheiden kann.

Corinna Engelskirchen, Fachanwältin für Medizinrecht

Der Zweck der therapeutischen Aufklärung ist u.a. die Sicherung des Heilungserfolgs. Sie betrifft alle ärztlichen Anweisungen, Empfehlungen und Hinweise an den Patienten im Hinblick auf seine, für den Heilungserfolg notwendige, Mitwirkung.

Die Selbstbestimmungs- bzw. Eingriffsaufklärung

Jeder Patient hat das Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob an seinem Körper ein operativer Eingriff durchgeführt werden soll oder nicht. Damit er diese Entscheidung treffen kann, muss der Arzt ihn umfassend über die Diagnose, die Art, Dringlichkeit und Durchführung des Eingriffs sowie die möglichen Risiken und Komplikationen informieren. Der Patient muss dabei nicht exakt oder in allen möglichen Erscheinungsformen über alle denkbaren medizinischen Risiken aufgeklärt werden. Vielmehr muss er im Großen und Ganzen aufgeklärt werden, d.h. ihm muss ein allgemeines Bild von der Schwere des Eingriffs und den Risiken in seinem konkreten Fall vermittelt werden. Dabei darf der Arzt natürlich nichts verharmlosen.

Der Patient muss vor einem Eingriff so früh wie möglich aufgeklärt werden ...

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