Schadensersatzhaftung des Sharehosters

von Dr. Christine Payer

Kann der Sharehoster, der im wesentlichen Speicherplatz bereitstellt, bei der Verletzung von Urheberrechten durch Nutzer seines Dienstes auf Schadensersatz haften? Das Landgericht München hat sich hierzu geäußert.

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Eine Filmverleihgesellschaft und ausschließliche Lizenznehmerin des streitgegenständlichen Films verklagte den Sharehoster u.a. auf Schadensersatz, weil der Film auf seinem Sharehosting-Dienst über einen längeren Zeitraum unerlaubt abrufbar war.

Die Nutzer konnten beliebige Dateien auf die Internetseite des Sharehosters hochladen, die auf dessen Server abgespeichert wurden. Nach dem Hochladen wurde dem Nutzer ein Download-Link übermittelt, den der Nutzer in Linksammlungen einstellen konnte, so dass es möglich war, in den Linksammlungen nach bestimmten, auf den Servern des Sharehosters abgespeicherten Dateien zu suchen und diese herunterzuladen. Der Sharehoster stellte Premium-Accounts und ein Affiliate-Programm zur Verfügung, wobei zur Registrierung die alleinige Angabe einer E-Mail genügte.

Sofort nach Entdeckung rügte die Lizenznehmerin die unbefugte Nutzung ihres Films und machte gegenüber dem Sharehoster genaue Angaben zu den konkreten Links und den konkreten Fundstellen in den betreffenden Linksammlungen. Der Film blieb aber weiterhin abrufbar. Es traten sogar weitere unerlaubte Kopien mittels neuer Download-Links auf.

Die Lizenznehmerin verlangte Schadensersatz, weil der Sharehoster es unterlassen habe, entsprechende Maßmahmen zu ergreifen, damit der Film künftig nicht mehr abrufbar sei.

Der Sharehoster berief sich darauf, von urhebrrechtsverletzenden Inhalten weder im Zeitpunkt des Uplo-ads noch während der andauernden Veröffentlichungen der Links Kenntnis zu erlangen ...

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