OLG Frankfurt: Urheberschutz für Text, der auf übersinnliche Inspiration zurückgehen soll

von Johannes Flötotto

Mit Urteil vom 13. Mai 2014 hat das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. den Urheberrechtsschutz für einen spirituellen Text zugunsten seiner Verfasserin bestätigt, den diese in aktiven Wachträumen empfangen haben will. Auch bei solchen übersinnlich empfangenen Eingaben für einen Text bzw. ein Werk bestehe und entstehe das Urheberrecht zugunsten des (irdischen und menschlichen) Schöpfers, so das Gericht (OLG Frankfurt a.M., Urteil v. 13.05.2014, Az. 11 U 62/13).

Die Klägerin – eine amerikanische Stiftung – nimmt den beklagten deutschen Verein wegen urheberrechtswidrigen Veröffentlichungen von Textpassagen aus dem Buch “A Course in Miracles” auf Unterlassung in Anspruch. Der streitbefangene Text wurde von S., einer US-amerikanischen Professorin für Psychiatrie, ab den 1960er Jahren niedergeschrieben und überarbeitet. S. gab zu ihren Lebzeiten an, der Text sei ihr in aktiven Wachträumen von Jesus von Nazareth eingegeben und von ihr aufgezeichnet worden. 1975 stellte S. eine redaktionell überarbeitete Version fertig, die sogenannte C.-Fassung, die zum amerikanischen Copyright-Register angemeldet wurde. Die klagende Stiftung, die sich auf die Übertragung dieser Copyright-Rechte beruft, wendet sich im vorliegenden Verfahren gegen die öffentliche Wiedergabe von Textpassagen aus der C.-Fassung im Internet durch den beklagten Verein.

Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Hiergegen richtet sich die Berufung des Beklagten, mit der er geltend macht, ein Urheberrecht der Klägerin könne nicht verletzt sein, weil S. gar nicht Urheberin des Textes gewesen sei ...

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