You can´t win them all – Aber das war eine richtige Klatsche

von Rainer Pohlen

Niemand verliert gerne, nicht im Sport oder sonst im richtigen Leben und auch nicht vor Gericht. Als Verteidiger lernt man im Laufe der Jahre, mit Niederlagen umzugehen, die gehören zum Beruf dazu. Schließlich werden Urteile ja nicht von uns selbst gefällt, sondern von denen, die von Berufs wegen dazu berufen sind, und die haben nicht selten eine andere Perspektive bei der Beurteilung der Beweislage und auch ganz andere Strafvorstellungen als wir Anwälte. Wobei ja auch Anwälte die Sach- und Rechtslage ganz unterschiedlich beurteilen können, was bisweilen auch damit zusammenhängt, in wessen Lager sie stehen.

Wichtig ist es für das berufliche Wohlbefinden, dass Erfolg und Niederlage in angemessenem Verhältnis zueinander stehen, wobei es auch zu definieren gilt, wann eine Verurteilung als Niederlage anzusehen ist.

Wenn ich eine Verteidigung übernommen habe, versuche ich zunächst einmal, mir einen Überblick über die Gesamtsituation zu verschaffen. In der Regel ist der Mandant selbst die erste Informationsquelle, die gewisse Hinweise auf die Vorwurfslage gibt. Bisweilen liegt gleich zu Beginn des Mandats auch schon ein Haftbefehl oder eine Anklageschrift vor, welche den Sachverhalt umreißt. Die wichtigste Quelle ist dann aber die Akte, aus der sich entnehmen lässt, welche Faktenlage der Strafverfolgungsbehörde vorliegt, und anhand derer erstmals eine kritische Auseinandersetzung mit dem Mandanten und seiner Einlassung stattfinden kann. Aus dieser Auseinandersetzung ergeben sich dann wichtige Ansatzpunkte für die Verteidigung ...

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