Was hat der Mythos "Eltern haften für ihre Kinder" auf sich?

Wann haften Eltern tatsächlich für ihre Kinder?

Auf Baustellen sieht man derart häufig Schilder, die eine Aufschrift wie „Eltern haften für ihre Kinder“ tragen, dass dies von den meisten Menschen gar nicht angezweifelt wird. Und doch handelt es sich um einen rechtlichen Mythos.

Jeder haftet grundsätzlich für sein eigenes Verhalten

Zunächst ist zu beachten, dass grundsätzlich jeder für sein eigenes Verschulden haftet. Da allerdings Minderjährige im Zivilrecht großen Schutz genießen, bestimmt § 828 Absatz 1 BGB, dass Kinder unter 7 Jahren für den Schaden, den sie verursachen, nicht verantwortlich sind. Für Minderjährige zwischen 7 und 18 Jahren gelten nach Absatz 2 und 3 ebenfalls Haftungserleichterungen.

Eltern haften nur, wenn sie gegen ihr Aufsichtspflicht verstoßen

Wenn Eltern haften müssen, geht es grundsätzlich um ein eigenes Verschulden. § 832 BGB regelt die Haftung des Aufsichtspflichtigen für Schäden, die Dritten durch die unter Aufsicht Stehenden zugefügt werden, was in der Regel auch auf Eltern und ihre minderjährigen Kinder zutrifft, da die Aufsichtspflicht vom elterlichen Sorgerecht nach § 1626 BGB umfasst wird. Darunter fallen jegliche Schäden, die auch von § 823 BGB, der zentralen Norm des Deliktsrechts, erfasst werden: Es geht also um Schäden, die das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen betreffen.

Doch kann man nicht per se sagen, dass die Eltern für alle Schäden haften. Es gibt zwar eine gesetzliche Vermutung, dass die Aufsichtspflichtigen ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen sind, wenn durch die Kinder ein Schaden entstanden ist ...

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