Überwachung durch Smartphone als Forschungsprojekt

Ein wissenschaftliches Projekt der Technischen Universität Dänemark untersucht anhand von Smartphone-Daten der Studenten deren Sozialleben und Gewohnheiten bis ins kleinste Detail. Eine Studie, die ihre Tücken hat.

Die einzigartige Studie der DTU

Über 1000 Studenten nehmen mittlerweile an der Studie der DTU in Lyngby teil, die 2012 mit anfänglich 200 Probanden ins Leben gerufen wurde. Kernfrage des Forschungsprojektes ist, wie sich soziale Netzwerke in der echten Welt, in Echtzeit darstellen. Den teilnehmenden Studenten werden Smartphones zur Verfügung gestellt, die sie vollumfänglich in ihr Leben einbeziehen sollen. Darauf ist die Sensible DTU App installiert, die alle Daten, die einen Bezug zu sozialer Interaktion aufweisen könnten, sammelt. Die Daten, die durch Ortsveränderungen, Anrufe, SMS, Messenger-Nachrichten, Status-Updates usw. anfallen, werden von den Wissenschaftlern in einer Datenbank gespeichert.

Man nehme die Privatsphäre der Studenten sehr ernst, darum würden alle personenbezogenen Daten anonymisiert, wird auf der Website der Uni erklärt. Auf einem Data Dashboard können die Teilnehmer alle Informationen einsehen, die über sie gesammelt wurden.

Das Forschungsprojekt ist in seiner Art und seinem Ausmaß einzigartig, wie die Zeit berichtet. Zwar gab es 2005 an der MIT in Boston ein Experiment mit ähnlicher Zielrichtung – damals gab es aber noch keine Smartphones und die Wenigsten kannten Facebook.

Problemherde bei der Überwachung Informierte freiwillige Einwilligung?

Selbstverständlich wird keiner der Studenten gezwungen, an dem Forschungsprojekt teilzunehmen. Inwiefern wissen die Studenten aber tatsächlich, auf welchen Handel sie sich einlassen? Man muss davon ausgehen, dass viele die Teilnahmebedingungen nicht genau oder vollständig durchlesen. Der Reiz des neuen, kostenlosen Smartphones leistet wohl einen nicht unerheblichen Beitrag dazu, die Unterschrift bereitwillig abzugeben ...

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    zeit.de - 11 Leser, 109 Tweets - In einem weltweit einzigartigen Experiment wollen dänische Soziologen das Leben von Studenten erforschen. Dazu überwachen sie die jungen Menschen wie ein Geheimdienst.

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