Stimmungsmache durch Rechtspopulisten - so funktioniert's

von Thorsten Koch


In der schwarz-weiß gewirkten Welt der Rechtspopulisten halten bekanntlich die Staatsorgane ihre schützende Hand über Straftäter und Migranten (für Rechtspopulisten sind das aber wohl ohnehin Synonyme), während der brave Bürger durch „die da oben“ stets ausgenommen und gegängelt wird. Wie diese Vorstellungen zustande gekommen, ist zwar rätselhaft, wie sie verbreitet werden, aber nicht: Hier ein Grundkurs „Stimmungsmache durch Rechtspopulisten“:


Erster Akt: Ein halbwegs sachlicher Beitrag in der „BerlinerZeitung“ zu einem Zwischenfall auf einem Berliner S-Bahnhof: Ein Jugendlicher tritt gegen einen Kinderwagen, ein Passant mischt sich ein. Es kommt zum Streit, der Passant schlägt zu, der Jugendliche zückt ein Messer. Weitere Folgen bleiben erfreulicherweise aus, die Polizei ermittelt. Hierzu behauptet die Zeitung, der Passant müsse sich „auf ein Strafverfahren“ gefasst machen, weil er den Jugendlichen geschlagen habe.


Zweiter Akt: Auftritt Vera Lengsfeld. Unter der Überschrift „Bei Zivilcourage droht der Staatsanwalt“ wittert die rechtsgerichtete Publizistin, der eine Nähe zur AfD nachgesagt wird, ein „Stück aus dem Tollhaus“. Da habe jemand eingegriffen, als ein jugendlicher „Intensivtäter“ ein Messer gegen Mutter und Kind zückte, um auf diese einzustechen, und nun ermittele die Staatsanwaltschaft, weil der Passant den Intensivtäter geschlagen haben soll.


Ein paar Verdrehungen, ein paar Auslassungen – fertig ist die Bestätigung des Vorurteils ...

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