“Da läuft er ja, der Psycho”

von Andrej Umansky

Das Beschimpfen des Vorgesetzten als Psychopath muss nicht zur fristlosen Kündigung führen, LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 24.07.2014 – 5 Sa 55/14 – Adventskalender (7)

Am 09.07.2013 führte der Produktionsleiter K. mit dem Kläger ein Personalgespräch in seinem Büro. Der Kläger hatte sich geweigert, eine neue Stellenbeschreibung zu unterschreiben, weil er ua. die Eingruppierung in Entgeltgruppe E4 als ungerecht empfand. Der Ablauf des eskalierenden Gesprächs wird von den Parteien unterschiedlich geschildert. Es wurde vom Vorgesetzten dadurch beendet, dass er die Tür öffnete und den Kläger mit der Aufforderung “Raus hier!” seines Büros verwies.

Am 10.07.2013 gegen 12:45 Uhr hielt sich der Kläger im Rauchercontainer auf. Ebenfalls anwesend waren die Arbeitskollegen G. und K. sowie ein Leiharbeitnehmer. Der Kläger schimpfte in diesem Kreis über seinen Vorgesetzten. Er räumt ein, dass er geäußert hat: “Der ist irre, der dürfte nicht frei rumlaufen”, “der ist nicht normal”. Als der Vorgesetzte am Rauchercontainer vorbeilief, äußerte er: “Da läuft er ja, der Psycho”, “der wird schon sehen, was er davon hat”.

Nach dem Vorbringen der Beklagten soll der Kläger geäußert haben: “Da läuft ja der Psychopath”, “der ist nicht richtig im Kopf”, “der gehört in die Psychiatrie, weil er psychisch krank ist”, “der gehört eingesperrt”. Außerdem soll er seinen Vorgesetzten als “Arschloch” bezeichnet und gedroht haben: “Der wird sich noch wundern, ich lasse mich nicht einfach aus dem Büro werfen”, “der wird schon noch sehen, was er davon hat”.

Die Beklagte kündigte das Arbeitsverhältnis (…) wegen gravierender ehrverletzender Äußerungen des Klägers über seinen Vorgesetzten und ausgestoßener Drohungen fristlos (…). Gegen diese Kündigung wehrt sich der Kläger (…) ...

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