Warum man sich als Geschäftsführer nicht selbst vor Gericht vertreten sollte!

von Christian Kerschbaum

Termin vor dem Amtsgericht. Parteien: Zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Wir vertreten die Auftragnehmerin eines Werkvertrages bzgl. der Umsetzung diverser digitaler Leistungen. Wir klagen im Namen unserer Mandantin die Werklohnforderung (um die 4.000,00 EUR) ein. Das Werk wurde ordnungsgemäß erstellt, für gut befunden und wird seither vorbehaltlos genutzt. Im Vorfeld wurde der Gegner sowohl durch die Mandantin, als auch durch uns mehrfach gemahnt. Da alle Mahnungen völlig ohne Reaktion geblieben sind, entschied man sich schließlich Klage zu erheben.

Der gegnerische Geschäftsführer (mehrerer Kapitalgesellschaften) zeigte zunächst die Verteidigung im schriftlichen Vorverfahren an und beantragte Fristverlängerung. In der Klageerwiderung, die wieder durch den Geschäftsführer persönlich erfolgte, rügte er zunächst, dass das Werk mangelhaft sei, da es nicht richtig funktionierte, ohne jedoch auch nur einen konkreten Fehler zu benennen. Weiter bemängelte er, dass die Rechnung zu teuer sei, ohne jedoch genau darzulegen, welche Position er als überhöht empfand.

Das Gericht erteilte der Beklagten den Hinweis, dass ihr Vortrag unsubstantiiert sei und überdies jeder Vortrag fehle, ob und wann man etwaige Fehler gerügt hätte und ob die Klägerin zur Nachbesserung aufgefordert worden sei. Auf unsere Replik, dass man weder Fehler gerügt, noch zur Nachbesserung aufgefordert hätte, erfolgte wieder keine Reaktion ...

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