Wenn ein Student auf der Skipiste stürzt, kann dies ein Arbeitsunfall sein

von Thorsten Blaufelder

Nehmen Studenten im Rahmen des Hochschulsports an einem Ski-Kurs im Ausland oder an einer Hochschulmeisterschaft teil, darf ihnen deshalb der gesetzliche Unfallversicherungsschutz nicht versagt werden. Voraussetzung für den Unfallschutz ist allerdings die organisatorische Verantwortung der Hochschule für die Veranstaltung, urteilte am Donnerstag, 04.12.2014, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (AZ: B 2 U 13/13 R und B 2 U 10/13 R).

Im ersten Fall hatte eine Lehramts-Studentin im Rahmen des Hochschulsports der Universität Münster einen Ski-Kurs für Anfänger in der Schweiz gebucht. An der Veranstaltung konnten nicht nur Studenten, sondern auch hochschulfremde Personen teilnehmen. Auf der Skipiste wurde die Frau von einem Snowboarder umgefahren. Sie erlitt mehrere Knochenbrüche.

Der Hochschulsport fällt zwar normalerweise unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, hier stellte sich aber die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen quer und wollte den Unfall nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Der Skikurs sei als Freizeitveranstaltung zu werten und diene nicht der Aus- und Fortbildung der Studentin.

Auch im zweiten Fall erlitt ein Student eine Verletzung, diesmal im Rahmen der Deutschen Hochschulmeisterschaften im Basketball. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz sah ebenfalls keinen Arbeitsunfall. Anders als beim normalen Hochschulsport würden Wettkämpfe nicht regelmäßig betrieben, so dass kein Versicherungsschutz bestehe.

Der 2 ...

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