Langzeitbesuch oder wie intime Treffen auch funktionieren

von Mirko Laudon

Die Zeit im Strafvollzug kann für eine Lebenspartnerschaft sehr belastend sein. Bei Besuchen ist man immer unter Beobachtung und es gibt keine Gelegenheit, Zärtlichkeiten oder Intimitäten auszutauschen. Zwar sind grundsätzlich sog. Langzeitbesuche in einer speziell dafür „zivil“ eingerichteten Zelle möglich (oft umgangssprachlich „Kuschelzelle“ genannt), in der Eheleute und Lebenspartner – unbeaufsichtigt – mehrere Stunden oder auch eine ganze Nacht zusammen verbringen dürfen. Derartige Langzeitsbesuchsräume liegen meist im Eingangsbereich der JVA.

Haftraum in der JVA Oldenburg (kein Langzeitsbesuchsraum) // Foto: Janfried Wessels, Archiv JVA Oldb (CC BY-SA 3.0)

Langzeitbesuch nur bei guter Führung

Die Gewährung dieses Privilegs für Häftlinge steht im Ermessen der Vollzugsbehörde und soll bei tadelloser Führung genehmigt werden, wenn der oder die Gefangene zu der jeweiligen Person eine längere – als stabil angesehene – Partnerschaft unterhält. Geregelt wird dies (in Hamburg) in § 26 Abs. 4 HmbStVollzG:

Die Anstaltsleitung kann Besuche, deren ununterbrochene Dauer ein Mehrfaches der Gesamtdauer nach Absatz 1 Satz 2 beträgt und die in der Regel nicht überwacht werden (Langzeitbesuche), zulassen, wenn dies mit Rücksicht auf die Dauer der zu vollziehenden Freiheitsstrafe zur Behandlung der Gefangenen, insbesondere zur Förderung ihrer partnerschaftlichen oder ihnen gleichzusetzender Kontakte, geboten erscheint und die Gefangenen hierfür geeignet sind.

In Hamburg gibt es eine Anstaltsverfügung (für die JVA Billwerder, Nr. 02/2013) mit insgesamt 16 Versagungsgründen für einen Langzeitbesuch – in anderen JVA wird es ähnlich sein ...

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