Gesamtsaldierung regel- und angleichungsdynamischer Anrechte im Versorgungsausgleich

Bei der nach § 31 Abs. 1, Abs. 2 VersAusglG gebotenen Gesamtsaldierung ist der unterschiedlichen Dynamik regel- und angleichungsdynamischer Anrechte dadurch Rechnung zu tragen, dass die angleichungsdynamischen Anrechte unter Heranziehung des in § 3 Abs. 2 Nr. 1a VAÜG a.F. vorgesehenen Rechenwegs an die seit dem Ende der Ehezeit tatsächlich erfolgte Wertentwicklung angepasst werden1.

Im Rahmen des § 31 VersAusglG ist für die Anwendung des § 18 VersAusglG unerheblich, ob die Differenz der Summen aller Versorgungsanrechte den Grenzwert des § 18 Abs. 3 VersAusglG überschreitet. Jedoch sind geringfügige Anrechte im Sinne des § 18 Abs. 2 VersAusglG sowie gleichartige Anrechte mit geringfügiger Wertdifferenz im Sinne des § 18 Abs. 1 VersAusglG dann nicht in die gemäß § 31 VersAusglG erforderliche Ausgleichsbilanz einzustellen, wenn sie im Falle der (fiktiven) Durchführung des Versorgungsausgleichs nach den §§ 9 ff. VersAusglG ohne den Tod eines Ehegatten ebenfalls nicht ausgeglichen worden wären2.

Die Saldierung der beiderseitigen Anrechte hat nicht lediglich anhand der korrespondierenden Kapitalwerte dieser Anrechte zu erfolgen. Vielmehr ist es geboten, die Kapitalwerte der angleichungsdynamischen Anrechte zunächst nach den Grundsätzen des § 3 Abs. 2 Nr. 1a S. 3 VAÜG aF mit den Kapitalwerten der regeldynamischen Anrechte vergleichbar zu machen.

In Rechtsprechung und Literatur ist streitig, ob die nach § 31 Abs. 1, Abs. 2 VersAusglG gebotene Gesamtsaldierung allein auf der Grundlage der korrespondierenden Kapitalwerte der beiderseitigen Anrechte erfolgen kann.

Nach einer Auffassung ist die Saldierung der in den Ausgleich einzubeziehenden Anrechte ausschließlich anhand der korrespondierenden Kapitalwerte vorzunehmen. Demgegenüber sei grundsätzlich nicht geboten, vor der Saldierung eine etwa unterschiedliche Dynamik der Anrechte anzugleichen3 ...

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