Todesstrafe für den eigenen Mandanten gefordert: Anwalt wegen “unerklärlicher Inkompetenz” Zulassung entzogen

von Stephan Weinberger

Dem Anwalt Dennis Hawver aus dem US-Bundesstaat Kansas wurde wegen “unerklärlicher Inkompetenz” die Zulassung entzogen. Der Mann, der zu seiner disziplinarischen Anhörung vor dem Kansas Supreme Court im Thomas Jefferson-Kostüm erschien, hatte zuvor in einem Mordverfahren gefordert, die Jury solle den Täter zum Tode verurteilen.

Die “unerklärliche Inkompetenz” trat zuletzt im Fall der Vertretung des wegen Mordes angeklagten Phillip Cheatham zu Tage. In diesem Verfahren argumentierte Hawver, sein Mandant wäre niemals so dumm gewesen, zwei Personen zu erschießen, aber eine dritte Frau, die ihn später identifizieren konnte, am Leben zu lassen. Cheatham sei ein professioneller Drogendealer und geübter Todesschütze, weshalb er natürlich auch weniger Munition gebraucht hätte.

Hawver erwähnte auch so, dass die der Jury nicht näher bekannte Vorstrafe seines Mandanten ausgerechnet wegen eines Totschlags ergangen war und versuchte nicht, einen Unschuldsbeweis anhand der GPS-Daten von Cheathams Handy zu führen.

In seinem Plädoyer forderte er die Jury auf, sie möge den Täter doch zum Tode verurteilen. Dies geschah wohlgemerkt in einem Verfahrensabschnitt, in dem die Geschworenen sich bereits darauf festgelegt hatten, dass Cheatham der Täter war.

Schließlich wurde gegen den Angeklagten tatsächlich die Todesstrafe verhängt. Cheatham kam aber zugute, dass die Entscheidung aus 2005 noch nicht vollstreckt wurde ...

Zum vollständigen Artikel

111425

Description


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK