Der verspätet eingelegte Einspruch gegen einen Steuerbescheid

Bei einem verspäteten Einspruch gegen einen Steuerbescheid duch den Steuerberater ist der Mandant in finanzieller Hinsicht so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Steuerberater die Frist nicht versäumt hätte.

Bei der Berechnung der Schadenshöhe ist nicht in erster Linie entscheidend, was zwischen den Parteien beabsichtigt war, sondern welche steuerlich günstigste Möglichkeit für den Mandanten bestanden hätte, wäre der Einspruch noch fristgerecht erfolgt.

Im Rahmen des erteilten Auftrags hat der Steuerberater die steuerlichen Interessen seines Mandanten umfassend wahrzunehmen und den für seinen Mandanten sichersten Weg (hier: Gleichmäßige Verteilung des Erhaltungsaufwandes für Wohngebäude nach § 82b Abs. 1 S. 1 EStDV auf zwei Jahre zur Erlangung der Eigenheimzulage) zu wählen.

Inhalt[↑]

  • Der Auftrag zur Einsprucheinlegung
  • Berechnung des zu ersetzenden Schadens
  • Kein Mitverschulden des Mandanten

Der Auftrag zur Einsprucheinlegung[↑]

Vorliegend war der Steuerberater damit beauftragt, wie in den Vorjahren die Einkommenssteuererklärung des Mandanten für das Jahr 2004 zu erstellen, den Mandanten steuerlich zu beraten und gegenüber dem Finanzamt zu vertreten. Dem Steuerberater war auch bekannt, dass im Steuerbescheid die Erhaltungsaufwendungen nicht berücksichtigt waren und dem Mandanten daher ein finanzieller Nachteil entstehen könnte, wenn der Steuerbescheid bestandskräftig wird. Es lag daher für das Landgericht Mannheim nahe, dass der Steuerberater zur Abwendung finanzieller Nachteile für den Mandanten selbst bei fehlendem eindeutigen gesonderten Auftrag Einspruch gegen den Bescheid vom 20.12.2007 bzw. den Steuerbescheid vom 24.07.2006 einlegen musste.

Es ist nicht ersichtlich, dass der Mandant den Schaden selbst hätte abwenden können, indem er persönlich Einspruch eingelegt hätte ...

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